Innovation trifft Nostalgie (freiw.)

„Innovation trifft Nostalgie“ – Fotoshooting mal anders

Auch in diesem Jahr haben sich die Gestaltungstechnischen Assistentinnen und Assistenten für externe Projekte mächtig ins Zeug gelegt. Mit der Teilnahme am IHK-Schulwettbewerb 2011 hatten sich die Schülerinnen und Schüler aus GA09 und GA10 allerdings eine Menge vorgenommen, denn durch das Erreichen des 1. Platzes im Vorjahr mit dem Projekt „Rekonstruktion Kloster Heisterbach“ wurde die Messlatte sehr hoch gelegt. Die aktuelle Ausschreibung stand unter dem Thema „INNOVATION trifft NOSTALGIE“ – ein Fotoprojekt in Kooperation mit der Altenheimat Vluyn. Sie wurde wie gewohnt am Schwarzen Brett ausgehängt, damit sich interessierte Schülerinnen und Schüler eintragen konnten.

Zu einem Projektbriefing unter der Leitung von Frau Geisen kamen zunächst ca. 20 Schüler und Schülerinnen des GTA-Bildungsganges, um sich zu informieren, gemeinsam den Projektauftrag zu analysieren und zu besprechen. Außerdem wurde der Projektpartner, die Senioreneinrichtung „Altenheimat Vluyn“, in einer kurzen Präsentation durch Herrn Gerstenberger vorgestellt. Wir legten eine erste grobe Planung der Projektphasen und mögliche Aufgaben für die nächsten Treffen fest. Das Briefing machte einzelnen Schülerinnen und Schülern klar, dass sie mit falschen Vorstellungen und Erwartungen gekommen waren, andere wurden neugieriger und fühlten sich bestätigt. In der Zukunft traf sich die Projektgruppe in regelmäßigen Abständen, meistens nachmittags nach Schulschluss. Inhalte und Ergebnisse der Treffen wurden schriftlich protokolliert und wie alle notwendigen Informationen und Ergebnisse im Projektboard in Moodle veröffentlicht. Während der Anfangsphase wurden zahlreiche Vorschläge und Anregungen für mögliche Gestaltungsprodukte und Fotoszenen gesammelt, besprochen und teilweise wieder verworfen. Schnell stand aber fest, dass die beiden Generationen „Alt“ und „Jung“ die Rollen tauschen sollten. Dieser Rollentausch sollte Hauptthema und damit der „Rote Faden“ unserer Projektarbeit sein.

Nach einer gemeinsamen Hausbesichtigung in der Altenheimat verabredete Projektleiterin Frau Geisen mit Herrn Loobes, dem Leiter der Einrichtung, einen Termin für eine erste Begegnung mit den Bewohnerinnen und Bewohnern. Zum Kennenlernen lud uns Herr Loobes nachmittags zu einem „Waffelkaffee“ in das hauseigene „Café Lukas“ in die Altenheimat Vluyn ein. Viele Bewohnerinnen und Bewohner waren gekommen und die Projektteilnehmer wurden herzlich aufgenommen. Sie unterhielten sich mit den Bewohnern und erfuhren einiges über ihr Leben. Persönliche Ereignisse und Erfahrungen aus der Vergangenheit und gegenwärtige Interessen und Hobbys wurden ausgetauscht. Erste Ideen für mögliche Fotoszenen waren bereits da – „Innovation trifft Nostalgie“.

In den folgenden Wochen tauschten wir unsere Überlegungen aus und entwickelten Ideen für eine möglichst humorvolle Darstellung des Themas. Unser Ziel war es, mit den Fotos nicht auf die „Tränendrüse“ zu drücken, sondern den Betrachter zum Schmunzeln zu bringen und so die Kommunikation zwischen den Generationen ins Leben zu rufen. In erster Linie sollte dies mit einer Reihe von Fotos geschehen und darüber hinaus mit einem ansprechenden Layout verschiedener Gestaltungsprodukte, die dann später durch uns und unseren Projektpartner herausgegeben werden. Es folgte die Umsetzung. Obwohl wir beim Briefing unterschiedliche Stärken und Schwerpunkte der einzelnen Teilnehmer herausgestellt hatten, entschieden wir uns, dass bei der Erstellung der Fotos erst einmal jeder irgendwie mithelfen musste. Die Qualität der Fotos würde entscheidend sein, deshalb sollte sich möglichst jeder einbringen. Gerade während der Shooting-Phase lief die Projektarbeit oft sehr unterhaltsam ab. Spaß an der Begegnung und im Umgang mit den alten Leuten stand an oberster Stelle und hatte sich durch das ganze Projekt gezogen. Trotzdem vergaßen wir dabei aber nie unser Ziel. Die Fotoszenen mussten geplant und häufig auch an mehreren Terminen durchgeführt werden, damit letztendlich zufrieden stellende Ergebnisse entstehen konnten. Sarah, Jenny und Dave setzten die Ideen fotografisch um, die anderen halfen wo es ging und assistierten. Die Bewohner der Altenheimat waren mit viel Engagement dabei und ließen sich auf ungewöhnliche Situationen, wie z.B. das Popcorn-Werfen im Kino, das Skaten in einer 30er-Zone oder das Fastfood-Essen im offenen Cabrio gerne ein. Für das Titelfoto „Alt bewährt sich“ konnten wir eine alte „Singer“-Nähmaschine aus dem Fundus der Altenheimat nutzen. Während und vor allem nach Abschluss der Fotoarbeiten mussten immer wieder sämtliche Fotos gesichtet, ausgewählt und bearbeitet werden. Gerade hier wurde unsere Teamfähigkeit auf die Probe gestellt. Das Ergebnis: Mitte Juni fand eine zehntägige Fotoausstellung in den Räumlichkeiten der Altenheimat statt, in der eine Auswahl der entstandenen Fotos und ihre Entstehungsgeschichten gezeigt wurden. Herr Loobes hatte zusätzlich einige der Fotos auf Leinwände gedruckt, um sie später in der Glasfassade im Eingang der Altenheimat zu präsentieren. Zur Ausstellungseröffnung wurde mit einem selbst gestalteten Plakat eingeladen. Die im Vorfeld entstandenen Entwürfe stammten von Dave, Nils und Ann-Kathrin, deren Idee letztendlich vom Kunden favorisiert wurde.

Nun begann die Umsetzungsphase, in der wir arbeitsteilig vorgehen wollten. Einerseits wollten wir einen Foto-Wandkalender, eine entsprechende App und zusätzlich eine Postkartenserie entwickeln. Andererseits musste eine Powerpoint-Präsentation für die IHK-Jury vorbereitet und eine ansprechende Dokumentation angefertigt werden. Die Arbeiten am Entwurf und Layout der Produkte waren mit sehr viel Zeitaufwand verbunden. Außerdem wurden die Absprachen und Treffen durch das Praktikum der Mittelstufen-Schüler und die Sommerferien zusätzlich erschwert. Nicht jeder blieb über alle Projektphasen bis zum Schluss dabei. Einige konnten den zusätzlichen Zeitaufwand nicht aufbringen oder verließen aus persönlichen Gründen die Gruppe. Die Ergebnisse sind ein Fotokalender im DIN A3 Format quer, eine Postkartenserie mit acht Motiven, eine Kalender-App für Android-Handys, eine Dokumentation im Spiegel-Layout und eine Powerpoint-Präsentation des gesamten Projekts. Unterstützung bekam die Projektgruppe durch die Projektleiterin Frau Geisen, die Begleitung von Herrn Loobes und Herrn Ellenberger, sowie durch Frau Leisner und Frau Ruddek, die während der Vorbereitungen von Fotoausstellung und Präsentation außerhalb der Schulzeit zur Verfügung standen. Zum Schluss bestand die Projektgruppe noch aus insgesamt acht Schülerinnen der Klassen GA09B und GA10A. Jenny, Saskia und Ann-Kathrin übernahmen die Verantwortung und stellten das Projekt schließlich am 29. September 2011 der IHK-Jury und ihren Mitkonkurrenten aus anderen Schulen vor. Die Präsentation war eine Inszenierung der Projektarbeit, der Einstieg ein kurzes Fotoshooting. Die Zuschauer, unter ihnen auch Schulleiter Herr Nießen, Herr Loobes und zwei Bewohnerinnen der Altenheimat, waren gespannt. Mit viel Konzentration und Ausdruck gelang es, den Zuschauern möglichst anschaulich das Projekt nahe zu bringen. Unterstützung erhielten die drei dabei vom gesamten Rest des Teams.

Die Verleihung des Schulpreises fand wie auch im letzten Jahr im Rahmen der IHK-Bestenehrung im Theater am Marientor in Duisburg statt. Es hieß nun also „Abwarten“ bis zum 16. Oktober 2011. Die Spannung und Nervosität bei allen Beteiligten stieg mit jedem Tag und hielt bis zur Verkündung der Platzierungen durch IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger an: 3. Platz:  Schülerinnen und Schüler der Karl Kisters Realschule in Kleve-Kellen mit dem Projekt „Schülergerechtes Internetportal mit aktuellen Themen und einem Bereich zur Berufsorientierung“ in Kooperation mit Werbeagentur nachDruck in Xanten (Preisgeld: 250,- €) 2. Platz:  die Gestaltungstechnischen Assistentinnen des Berufskollegs für Technik in Moers mit dem Projekt „Innovation trifft Nostalgie“ in Kooperation mit der Altenheimat in Vluyn (Preisgeld: 500,- €) 1. Platz: die Schülerinnen und Schüler des Lise-Meitner-Gymnasiums in Geldern mit dem Projekt: „Salatsprüh – ob Öl oder Soße, alles aus der Dose“ in Kooperation mit AEROCHEMICA Dr. Deppe GmbH in Kempen (Preisgeld: 1000,- €). Alle Platzierten erhielten darüber hinaus Gutscheine für ein gemeinsames Pizza-Essen.

Sind wir enttäuscht?  – Nein. Wir sind stolz, auch in diesem Jahr wieder erfolgreich am Wettbewerb teilgenommen zu haben und wir finden: auch der 2. Platz kann sich sehen lassen. Das Fazit der Schüler- und Schülerinnen fällt positiv aus. Trotz des zeitlichen Aufwands hat allen Beteiligten die Arbeit viel Spaß gemacht.

Die Projektarbeit bietet einen praxisnahen Bezug zum Berufsalltag und ist damit ein Ausgleich zur theoretischen Schulausbildung, außerdem ist es eine gute Vorbereitung für unsere GTA-Prüfung. Wir konnten wertvolle Erfahrungen sammeln und haben jetzt für den Vertrieb unserer Gestaltungsprodukte (Kalender und Postkartenserie) sogar noch zusätzlich die Firma „Innosign am BKTM“ gegründet. Für andere Wettbewerbsteilnehmer ist das Projekt längst abgeschlossen, wir erzielen mit dem Verkauf der Produkte sogar noch Gewinn.

 (Bericht von Anja Geisen, Ann-Kathrin Vosmerbäumer)

Projektteilnehmer vor dem Altenheim in Neukirchen-Vluyn
Projektteilnehmer vor dem Altenheim in Neukirchen-Vluyn
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Kommentare
  1. Maren sagt:

    Nun ist es also soweit geschafft, dass ihr das Ergebnis der Arbeit präsentiert habt. Ich halte euch allen die Daumen, dass ihr auch einen anständigen Platz erreicht. Denn das Projekt ist es wirklich wert 🙂

    liebe Grüße aus Berlin 😉

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